Richtlinie / Themenfeld: Förderung sozialer Innovationen

Handlungsfeld: Modellprojekt

Region: Uckermark

Zielgruppe: Bildungsträger

Projektzeitraum: 01.07.2020 - 30.06.202

Ausgangssituation / Problembeschreibung:

Bildungsdienstleister (BDL) sind professionelle Unterstützer des Lernens von Unternehmen und Individuen im Umgang mit ständiger Veränderung. Dabei sind sie selbst „Betroffene“, die vor vergleichbaren Herausforderungen stehen wie die ihre Leistungen nutzenden Unternehmen und Individuen.

  • Herausforderung pädagogische Selbstanwendung

Der Umgang mit den eigenen Lernanforderungen erfordert eine strategische Organisationsentwicklung verbunden mit Personalentwicklung. Das Selbstverständnis der BDL als „lernende Organisationen“ ist nicht nur unabdingbar für den Erhalt und die Weiterentwicklung der eigenen Funktionen und Kompetenzen, sondern bietet ebenso einen wichtigen Erfahrungshintergrund für das Entwickeln und Etablieren von Bildungsdienstleistungen für Unternehmen und weitere Adressatengruppen.

  • Herausforderungen an Weiterbildungsorganisationen in der Transformationsgesellschaft

Eine transformierende Arbeitsgesellschaft verlangt von Unternehmen, Institutionen und von den einzelnen Menschen nicht mehr nur ein Lernen zur Anpassung an überschaubare Entwicklungen, sondern zunehmend den Umgang mit nicht mehr vorhersehbaren Veränderungen. Hier sind neue Konzepte reflexiver Bildung sowohl zur Entwicklung als auch zur Umsetzung von Bildungsformaten gefragt und somit für die BDL die Stärkung ihrer Innovations- und Lernfähigkeit. Insbesondere sind innovative Formen einer nutzerbasierten dialogischen Angebotsentwicklung gefragt.

  • Wer waren die Projektbeteiligten?

Die zentralen Praxispartner waren die Mitglieder des Uckermärkischen Regionalverbundes e.V. (URV): Sechs regionale Bildungsdienstleister (rBDL) mit dem Schwerpunkt auf beruflicher Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie vier regionale Arbeitsfördergesellschaften (AFG).

Zieldarstellung: 

  • Organisationale Ebene

Die beteiligten rBDL sowie die AFG sind in der Lage, zentrale aktuelle Herausforderungen für das eigene Lernen zu beschreiben. Sie verfügen über entsprechende pädagogische Kompetenzen, um das eigene organisationale Lernen zu fördern und Organisations- und Personalentwicklungsprozesse umzusetzen.

  • Netzwerkebene

Der URV, gegründet 1996, hat seine bestehenden Funktionen erweitert. Es versteht sich u.a. als professionelle Unterstützungsstruktur für das Lernen der einzelnen Mitgliedseinrichtungen, für eine organisationsübergreifende Personalentwicklung sowie als zentraler Akteur der Uckermärkischen Bildungslandschaft und hat dafür entsprechende Strukturen und Kompetenzen entwickelt.

  • Transferebene

Es existieren verlässliche Kontakte für ein gemeinsames Lernen zu Bildungsdienstleistern und Institutionen in Brandenburg.

Zieldarstellung: 

  • Organisationale Ebene

Die beteiligten rBDL sowie die AFG sind in der Lage, zentrale aktuelle Herausforderungen für das eigene Lernen zu beschreiben. Sie verfügen über entsprechende pädagogische Kompetenzen, um das eigene organisationale Lernen zu fördern und Organisations- und Personalentwicklungsprozesse umzusetzen.

  • Netzwerkebene

Der URV, gegründet 1996, hat seine bestehenden Funktionen erweitert. Es versteht sich u.a. als professionelle Unterstützungsstruktur für das Lernen der einzelnen Mitgliedseinrichtungen, für eine organisationsübergreifende Personalentwicklung sowie als zentraler Akteur der Uckermärkischen Bildungslandschaft und hat dafür entsprechende Strukturen und Kompetenzen entwickelt.

  • Transferebene

Es existieren verlässliche Kontakte für ein gemeinsames Lernen zu Bildungsdienstleistern und Institutionen in Brandenburg.

Umsetzung / Aktivität / Lösungsansatz: 

Das Projekt war in 9 Arbeitspakete gegliedert:
1) Zur „Reflexion der Ausgangssituation, Netzwerkanalyse“ wurden leitfadengestützte Gespräche mit den Geschäftsführer*innen der Bildungsdienstleister und Arbeitsfördergesellschaften geführt.
2) Die aktuellen Herausforderungen wurden geklärt und beschrieben als Basis für eine pädagogische Organisationsentwicklung und Professionalisierung (AP4).
3) Eine „Organisationsbezogene Mitarbeiter*innenfortbildung“ richtete sich an die Geschäftsführer*innen und Leitungspersonal der Mitgliedsorganisationen im URV. Sie umfasste 3 Module mit je zwei Veranstaltungen:

  • M1: Bildungsorganisation in der Transformationsgesellschaft; das organisationale Feld; die pädagogische Dienstleistung
  • M2: Verfahren und Methoden der Programmplanung und pädagogischen Angebotsentwicklung; institutionelle Verfahren der Teilnehmergewinnung; generierende Zielgruppenentwicklung
  • M3: Selbstanwendung und reflexive Unterstützung; Lernende Organisation; die Funktion von Netzwerken als Lernunterstützung.

4) „Organisations- und Personalentwicklung“ diente der Präzisierung und Vertiefung der Ergebnisse aus vorigen Arbeitspaketen und der Anwendung von Inhalten der Weiterbildung. Die neuen Lösungsansätze der dialogischen Angebotsentwicklung (generative Zielgruppenentwicklung, Lernanlässe aus/in der Alltagswelt der Adressat*innen klären und aufgreifen, Bildungsarbeit vor Ort, Begegnungs-/Lernräume schaffen) und das Konzept der Weiterbildungsverbünde als lernförderliche Strukturen wurden innovativen Vorhaben bzw. Projekten angewandt.
5) „Aufbau von Netzwerkstrukturen zur Personal- und Organisationsentwicklung“ wurde als fester Tagesordnungsbestandteil der regelmäßigen Sitzungen des URV etabliert, um einen kontinuierlichen Austausch der Mitgliedsorganisationen zu den Erkenntnissen aus dem Projekt zu fördern. Zudem
6) Für eine „Kooperative Fachkräftesicherung im Netzwerk“ wurden entsprechende Bedarfe identifiziert und niedrigschwellige Ansätze von Fachkräfteteilung umgesetzt.
7) Zur „Entwicklung weiterer Strukturen und -funktionen des Netzwerkes für eine gemeinsame Leistungsentwicklung“ wurden neu zu entwickelnden Funktionen des Uckermärkischen Regionalverbunds erarbeitet.
8): Für den Transfer wurden Gespräche mit dem Verband für Arbeit, Bildung und Integration (V-ABI) und BDL außerhalb der Uckermark geführt, um eine entsprechende Weiterentwicklung eines „landesweiten Netzwerks“ bzw. des Verbands zu unterstützen.
9) Weiterbildungsmodule und ein „Handlungsleitfaden zur Ausgestaltung von Netzwerkstrukturen zur Unterstützung organisationalen Lernens von regionalen Bildungsdienstleistern“ wurden auf der Basis Projektergebnisse und von Forschungsergebnissen von Dr. H. Schicke und v.a. Prof. Dr. O. Schäffter erstellt.

Ergebnisse / Erfolge: 

Die beiden zentralen Ziele des Projekts wurden erreicht:
1) Die Fähigkeit der Bildungsdienstleister zur professionellen pädagogischen Selbstanwendung zu stärken sowie
2) die Ausgestaltung des vorhandenen Netzwerkes zu einer Unterstützungsstruktur für das Lernen der Mitgliedseinrichtungen, für nachhaltige Kooperationen, für eine abgestimmte regionale Akteursfunktion mit dem Fokus auf die Ausgestaltung der Bildungslandschaft Uckermark und dem Aufbau eines innovativen regionalen Fachkräftemanagements.

Folgende Funktionen des URV wurden beschrieben und entwickelt:

  • Unterstützungsstruktur für die Organisations- und Personalentwicklung der Mitgliedsorganisationen (Erfahrungsaustausch, Voneinander-lernen, Begleitung von Organisationsentwicklung: Beratung der einzelnen Organisationen, kollektive Beratung mehrerer Organisationen, Organisation von Weiterbildungen/organisiertes Lernen zur Begleitung der Organisationsentwicklung, zur Personalentwicklung/Professionalisierung)
  • Unterstützungsstruktur zur Entwicklung und Begleitung von Kooperationen zwischen den Mitgliedsorganisationen (Leistungsentwicklung, Umsetzung von „Maßnahmen“, gemeinsame Beteiligung an Ausschreibungen, Kooperatives Personalmanagement)
  • Akteur der regionalen Entwicklung mit den Schwerpunkten regionale Bildungslandschaft und regionales Fachkräftemanagement
  • Lobbyfunktion: Regelmäßiger Austausch mit dem Landkreis (Amt für Kreisentwicklung), mit Jobcenter, mit Kommunen und mit Kammern und Verbänden.

„Es brauchte den Anstoß von außen, um sprachfähig für unsere Stärken aber auch Schwächen zu werden, um so gezielte Entwicklungen voranzubringen.“

Dieses Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert.